Kurz gefasst: Tyrannosaurus rex, der „König der Tyrannen-Echsen", erreichte bis 15 Meter Länge und 14 Tonnen Gewicht. Mit einer Bisskraft von 30 Tonnen pro Quadratzentimeter zermahlte er Knochen. Seine 18 cm langen Zähne, winzigen Arme und hohe Intelligenz machen ihn zum faszinierendsten Raubsaurier.
Fundort USA (Montana, Wyoming), Kanada
Entdeckt 1900 von Barnum Brown
Länge 12-15 m
Gewicht 6-14 Tonnen
Ernährung Karnivor, Jäger und Knochenfresser
Zeitalter Späte Kreide, 68-66 Mio. Jahre
Publikation Osborn, 1905

Tyrannosaurus rex dominiert seit über einem Jahrhundert die Fantasie von Dinosaurier-Fans weltweit. Keine andere prähistorische Kreatur vereint rohe Kraft, Intelligenz und schiere Größe so eindrucksvoll wie dieser Gigant der späten Kreidezeit. Die folgenden 15 Fakten basieren auf aktueller paläontologischer Forschung und zeichnen das Bild eines hochspezialisierten Raubtiers, das die nordamerikanischen Ökosysteme vor 68 bis 66 Millionen Jahren beherrschte.

Die Entdeckung eines Giganten

Im Jahr 1900 entdeckte der amerikanische Fossiliensammler Barnum Brown in Wyoming das erste nahezu vollständige Skelett eines Tyrannosaurus rex. Fünf Jahre später beschrieb Henry Fairfield Osborn, Präsident des American Museum of Natural History, diese spektakuläre Entdeckung wissenschaftlich und verlieh dem Tier seinen legendären Namen: „König der Tyrannen-Echsen“. Der Name kombiniert die griechischen Wörter „tyrannos“ (Tyrann) und „sauros“ (Echse) mit dem lateinischen „rex“ (König) – eine Bezeichnung, die seiner Dominanz mehr als gerecht wird.

Browns Fund markierte den Beginn einer wissenschaftlichen Faszination, die bis heute anhält. Mittlerweile haben Paläontologen über 22 fast vollständige Skelette von T. rex geborgen, mehr als von den meisten anderen großen Theropoden. Diese Fundmenge ermöglicht detaillierte Rekonstruktionen von Anatomie, Wachstum und Lebensweise.

Körpergröße und Gewicht im Detail

Ein ausgewachsener Tyrannosaurus rex erreichte Körperlängen zwischen 12 und 15 Metern – etwa so lang wie ein ausgewachsener Pottwal. Die Schulterhöhe lag bei rund 4 Metern, während der Kopf in aufrechter Haltung bis zu 6 Meter über dem Boden schwebte. Diese Dimensionen machen T. rex zu einem der größten terrestrischen Fleischfresser aller Zeiten.

Das Gewicht variierte erheblich zwischen verschiedenen Individuen. Schätzungen zufolge wogen erwachsene Tiere zwischen 6 und 14 Tonnen, wobei das berühmte Exemplar „Scotty“ aus Saskatchewan vermutlich die obere Grenze erreichte. Zum Vergleich: Ein männlicher Afrikanischer Elefant bringt etwa 6 Tonnen auf die Waage – T. rex konnte also mehr als doppelt so schwer werden. Diese Masse verteilte sich auf einen kompakten, muskulösen Körperbau, der für explosive Bewegungen optimiert war.

Die mächtigste Bisskraft der Erdgeschichte

Biomechanische Studien haben die Bisskraft von Tyrannosaurus rex auf bis zu 30 Tonnen pro Quadratzentimeter berechnet – dreimal stärker als bei einem Weißen Hai und sechsmal mächtiger als bei einem modernen Löwen. Diese extreme Kraft resultierte aus einem massiven Schädel mit dicken Kieferknochen und enormen Kiefermuskeln, die fast ein Drittel des Kopfvolumens ausfüllten.

Der Schädel selbst war ein Meisterwerk der Evolution: Über 1,5 Meter lang, aber durch luftgefüllte Hohlräume erstaunlich leicht konstruiert. Die breite, U-förmige Schnauze ermöglichte einen breiteren Biss als bei den meisten anderen Theropoden, die schmalere, V-förmige Kiefer besaßen. Diese Anatomie erlaubte es T. rex, große Fleischstücke mitsamt Knochen herauszureißen – eine Fähigkeit, die bei der Jagd auf gepanzerte Beute entscheidend war.

Forscher testeten die Bisskraft experimentell, indem sie Computermodelle mit fossilen Fraßspuren abglichen. Die Ergebnisse zeigten: T. rex konnte mit einem einzigen Biss durch einen Oberschenkelknochen eines Edmontosaurus beißen – ein Knochen so dick wie ein menschlicher Unterarm.

Zähne als präzise Werkzeuge

Die Zähne von Tyrannosaurus rex ragten bis zu 18 Zentimeter aus dem Zahnfleisch – etwa so lang wie ein durchschnittliches Küchenmesser. Inklusive der im Kiefer verborgenen Wurzel erreichten sie sogar 30 Zentimeter Gesamtlänge. Anders als die klingenartigen Zähne vieler anderer Theropoden waren T. rex-Zähne dicker, robuster und konisch geformt – perfekt zum Zermalmen von Knochen.

Die Zahnkronen wiesen feine Sägekanten auf, die beim Schneiden durch Fleisch und Knochen halfen. Mikroskopische Analysen zeigen, dass diese Zähne aus extrem dichtem Email bestanden, das enormem Druck standhielt. Während dünnere Zähne beim Kontakt mit harten Knochen brechen würden, hielten die robusten Zähne von T. rex selbst extremen Belastungen stand.

Fossile Fraßspuren liefern direkten Beweis für diese Knochenbrecherfähigkeiten. An einem Edmontosaurus-Skelett fanden Wissenschaftler tiefe Furchen im Abstand von exakt 10 Zentimetern – der typische Zahnabstand von T. rex. Einige dieser Spuren zeigen, wie Zähne vollständig durch massive Knochen drangen.

Beweis für Knochenfressen

Lange debattierten Paläontologen, ob Tyrannosaurus rex tatsächlich Knochen fraß oder nur Fleisch. Die Antwort lieferte ein außergewöhnlicher Fund: ein versteinerter Kotballen (Koprolith), gefüllt mit teilweise verdauten Knochenfragmenten. Die chemische Analyse zeigte, dass diese Knochen von einem großen Dinosaurier stammten und durch Magensäure angelöst worden waren.

Diese Entdeckung beweist, dass T. rex nicht nur Knochen zerkaute, sondern sie auch verdaute und wertvolle Mineralien daraus extrahierte. Moderne Hyänen zeigen ein ähnliches Verhalten – sie fressen Knochen, um an Kalzium und Phosphor zu gelangen. Bei einem 10-Tonnen-Tier mit ständigem Knochenwachstum und -umbau war diese Mineralzufuhr vermutlich überlebenswichtig.

Aktiver Jäger, kein reiner Aasfresser

Eine der hartnäckigsten Debatten der Paläontologie drehte sich um die Frage: War T. rex ein aktiver Jäger oder lebte er hauptsächlich von Aas? Die Antwort lieferte ein Edmontosaurus-Skelett mit einer faszinierenden Verwundung. Am Schwanz fanden sich mehrere gebrochene Wirbelknochen, die während des Lebens des Tieres verheilten – was bedeutet, dass der Edmontosaurus einem T. rex-Angriff entkam und überlebte.

Die Bissspuren passten perfekt zum Gebiss von T. rex, und die Position der Wunden zeigt eine typische Jagdstrategie: Der Räuber versuchte, die Beute durch einen Biss in den Schwanz zu verlangsamen. Dieser direkte Beweis für Jagdverhalten wird durch weitere Funde gestützt, darunter Hadrosaurier-Knochen mit tiefen, unverheilten Bissspuren – vermutlich von erfolgreichen Angriffen.

Zusätzlich sprechen anatomische Merkmale für aktives Jagen: Die kräftigen Hinterbeine, das große Gehirn und die nach vorne gerichteten Augen mit stereoskopischem Sehen – alles Merkmale spezialisierter Raubtiere. Dass T. rex auch Aas fraß, steht außer Frage, aber er war definitiv kein reiner Aasfresser.

Das Rätsel der winzigen Arme

Die Vorderbeine von Tyrannosaurus rex zählen zu den merkwürdigsten anatomischen Merkmalen in der Dinosaurier-Welt. Mit nur etwa einem Meter Länge bei einem 12 Meter langen Körper erscheinen sie lächerlich klein – vergleichbar mit dem Verhältnis zwischen einem Besenstiel und einem Kleinbus. Diese Arme konnten nicht einmal das eigene Maul erreichen.

Trotz ihrer geringen Größe waren diese Arme erstaunlich muskulös und kräftig. Jeder Arm konnte schätzungsweise 200 Kilogramm heben – mehr als das Körpergewicht eines durchschnittlichen Menschen. Die zwei Finger an jeder Hand trugen scharfe, gebogene Krallen. Doch wozu dienten sie?

Wissenschaftler diskutieren mehrere Hypothesen: Einige vermuten, die Arme halfen beim Aufstehen aus liegender Position, indem sie sich am Boden abstützten. Andere schlagen vor, sie fixierten Beute während eines Bisses oder dienten bei der Paarung als Greiforgan. Eine neuere Studie aus dem Jahr 2022 schlug vor, dass kleinere Arme das Verletzungsrisiko bei Gruppenfressen reduzierten – wenn mehrere T. rex an einem Kadaver fraßen, blieben kurze Arme außerhalb der gefährlichen Bisszone anderer Individuen. Endgültig geklärt ist die Frage bis heute nicht.

Explosives Wachstum in der Jugend

Junge Tyrannosaurus rex durchliefen eine der spektakulärsten Wachstumsphasen im Tierreich. Durch mikroskopische Analysen von Knochenstrukturen – ähnlich wie Jahresringe bei Bäumen – konnten Forscher das Wachstum rekonstruieren. Die Ergebnisse sind erstaunlich: Zwischen dem 14. und 18. Lebensjahr legte ein heranwachsender T. rex jährlich bis zu einer Tonne Körpergewicht zu.

In dieser Phase wuchsen die Tiere täglich um etwa 2,5 Kilogramm – vergleichbar mit dem täglichen Gewichtszuwachs von vier neugeborenen menschlichen Babys. Dieses rasante Wachstum erforderte enorme Mengen an Nahrung. Juvenile T. rex waren vermutlich deutlich aktivere Jäger als die schwereren Erwachsenen und spezialisierten sich möglicherweise auf schnellere, kleinere Beute.

Mit etwa 20 Jahren erreichten die Tiere ihre volle Größe, und das Wachstum verlangsamte sich drastisch. Die ältesten bekannten T. rex-Exemplare starben mit etwa 28 bis 30 Jahren – relativ kurze Lebensspannen für so große Tiere, was die harten Überlebensbedingungen der späten Kreidezeit widerspiegelt.

Geschwindigkeit und Bewegung

Die Frage nach der Höchstgeschwindigkeit von Tyrannosaurus rex beschäftigt Wissenschaftler seit Jahrzehnten. Frühe Schätzungen aus Hollywood-Filmen suggerierten Sprint-Geschwindigkeiten von über 70 km/h – vergleichbar mit einem galoppierenden Rennpferd. Moderne biomechanische Analysen zeichnen ein realistischeres Bild.

Computer-Simulationen, die Knochenstärke, Muskelmasse und Körpergewicht berücksichtigen, ergaben Höchstgeschwindigkeiten zwischen 20 und 40 km/h – etwa im Bereich eines schnell laufenden Menschen bis hin zu einem Fahrradfahrer im städtischen Verkehr. Studien aus dem Jahr 2017 argumentierten sogar, dass echtes Sprinten bei einem 8-Tonnen-Tier die Beinknochen hätte brechen lassen können.

Allerdings musste T. rex nicht ultraschnell sein, um erfolgreich zu jagen. Die meisten Beutetiere – Hadrosaurier und Ceratopsier – waren ebenfalls massiv und schwerfällig. Ein T. rex, der konstant 25 km/h laufen konnte, hatte gegenüber einer 4-Tonnen-Triceratops deutliche Vorteile. Die kräftigen Hinterbeine mit ihren langen Schienbeinen waren für ausdauernde Verfolgungsjagden optimiert, nicht für kurze Sprints.

Intelligenz und Sinnesorgane

Das Gehirn von Tyrannosaurus rex war für einen Dinosaurier außergewöhnlich groß – etwa so groß wie eine menschliche Faust. Im Verhältnis zur Körpergröße übertraf es die Gehirne der meisten anderen Dinosaurier und erreichte Werte, die eher bei modernen Vögeln zu finden sind. Besonders ausgeprägt waren die Bereiche für Geruch, Sehen und Gleichgewicht.

Die Riechkolben – die Region des Gehirns, die Geruchsinformationen verarbeitet – waren massiv entwickelt. Schätzungen zufolge konnte T. rex Beute oder Aas über mehrere Kilometer Entfernung riechen, vergleichbar mit modernen Truthahngeiern. Diese Fähigkeit war besonders nützlich für die Suche nach frischen Kadavern in weitläufigen Habitaten.

Die Augen saßen weit vorne am Schädel und ermöglichten stereoskopisches Sehen – eine Eigenschaft, die Entfernungseinschätzung verbessert. Mit einem Augendurchmesser von etwa 13 Zentimetern besaß T. rex vermutlich exzellentes Sehvermögen, sogar bei schwachem Licht. Die Kombination aus Geruch, Sicht und wahrscheinlich gutem Gehör machte ihn zu einem hocheffektiven Sensorjäger.

Der Schwanz als biomechanisches Wunder

Der lange, muskulöse Schwanz von Tyrannosaurus rex machte etwa die Hälfte seiner Gesamtlänge aus und wog mehrere hundert Kilogramm. Dieses massive Organ war weit mehr als nur ein Anhängsel – es funktionierte als dynamischer Balancer, der die Fortbewegung stabilisierte und schnelle Richtungswechsel ermöglichte.

Bei jedem Schritt schwang der Schwanz als Gegengewicht zum massiven Kopf und Oberkörper. Diese Balance war entscheidend: Ohne den Schwanz wäre T. rex nach vorne gekippt. Die Wirbel im Schwanz waren durch kräftige Sehnen und Bänder verbunden, die wie Stahlseile funktionierten und dem Schwanz Steifigkeit verliehen, während gleichzeitig seitliche Beweglichkeit erhalten blieb.

Fossile Fußspuren zeigen, dass T. rex seinen Schwanz waagerecht über dem Boden hielt – nie schleppend wie in frühen Rekonstruktionen dargestellt. Diese moderne Haltung verbesserte die Agilität erheblich und ermöglichte es dem Tier, bei der Jagd schnell zu manövrieren.

Die neue Art: Tyrannosaurus mcraeensis

Im Januar 2024 veröffentlichten Wissenschaftler die Beschreibung von Tyrannosaurus mcraeensis – einer möglichen Schwesterart oder Vorläuferform von T. rex. Die Fossilien stammen aus New Mexico und sind etwa 71 bis 73 Millionen Jahre alt, also rund 7 Millionen Jahre älter als die frühesten T. rex-Funde.

Anatomische Unterschiede in Schädelknochen und Kieferstruktur deuten darauf hin, dass T. mcraeensis eine eigenständige Art darstellen könnte. Die Körpergröße entsprach weitgehend der von T. rex, was zeigt, dass die charakteristische Gigantengröße bereits früh in der Tyrannosaurus-Entwicklung erreicht wurde. Allerdings bleibt die genaue Beziehung zwischen beiden Arten umstritten – einige Forscher argumentieren, die Unterschiede lägen im Rahmen individueller Variation.

Diese Entdeckung unterstreicht, dass unser Verständnis der Tyrannosaurus-Evolution noch unvollständig ist. Möglicherweise existierten mehrere große Tyrannosaurus-Arten gleichzeitig in verschiedenen Regionen Nordamerikas.

Fossilienreichtum ermöglicht Detailstudien

Mit über 22 fast vollständigen Skeletten gehört Tyrannosaurus rex zu den am besten dokumentierten Dinosaurierarten überhaupt. Berühmte Exemplare wie „Sue“ (Field Museum, Chicago), „Scotty“ (Royal Saskatchewan Museum) und „Stan“ (kürzlich für 31,8 Millionen Dollar versteigert) haben jeweils einzigartige Einblicke in Anatomie und Lebensgeschichte geliefert.

Dieser Fossilienreichtum erlaubt statistische Analysen, die bei anderen Dinosauriern unmöglich sind. Forscher können Wachstumskurven erstellen, Geschlechtsdimorphismus untersuchen und Verletzungsmuster analysieren. Viele T. rex-Skelette zeigen verheilte Knochenbrüche, Infektionen und andere Verletzungen – Zeichen eines harten, gefährlichen Lebens.

Das „Sue“-Exemplar etwa trägt Spuren einer schweren Kieferinfektion, die vermutlich durch Parasiten verursacht wurde. „Scotty“ zeigt gebrochene Rippen, einen infizierten Kiefer und einen beschädigten Schwanzwirbel – dennoch erreichte dieses Individuum ein Alter von etwa 30 Jahren. Diese Funde zeigen, dass T. rex trotz schwerer Verletzungen überleben konnte.

Die letzten Jahre der Kreidezeit

Tyrannosaurus rex lebte in der allerletzten Phase der Kreidezeit, der sogenannten Maastricht-Stufe, vor 68 bis 66 Millionen Jahren. Sein Verbreitungsgebiet erstreckte sich über das westliche Nordamerika, von Kanada bis hinunter nach New Mexico. In dieser Zeit existierte ein flaches Binnenmeer (Western Interior Seaway), das den Kontinent in zwei Hälften teilte.

T. rex bewohnte die Küstenebenen, Flussdeltas und bewaldeten Regionen westlich dieses Meeres. Die Landschaft war warm und feucht, mit Nadelbäumen, Farnen und den ersten Blütenpflanzen. Hier teilte sich T. rex den Lebensraum mit Triceratops, Edmontosaurus, Ankylosaurus und kleineren Dinosauriern sowie Säugetieren, Krokodilen und Schildkröten.

Als das Zeitalter der Dinosaurier vor 66 Millionen Jahren durch den Asteroideneinschlag am Golf von Mexiko abrupt endete, verschwand auch Tyrannosaurus rex. Er war buchstäblich einer der letzten großen Dinosaurier auf der Erde – ein würdiges Ende für den König der Tyrannen.

Häufige Fragen zu Tyrannosaurus rex

War Tyrannosaurus rex ein Jäger oder Aasfresser?

Tyrannosaurus rex war definitiv ein aktiver Jäger, fraß aber auch Aas, wenn sich die Gelegenheit bot. Fossile Beweise wie verheilte Bisswunden an Beutetieren beweisen Jagdverhalten. Die anatomischen Merkmale – kräftige Hinterbeine, nach vorne gerichtete Augen für stereoskopisches Sehen und ein großes Gehirn – sprechen eindeutig für einen spezialisierten Räuber. Moderne Großraubtiere wie Löwen zeigen ähnliches opportunistisches Verhalten: Sie jagen aktiv, verschmähen aber niemals einen toten Kadaver.

Warum hatte T. rex so winzige Arme?

Die genaue Funktion der kurzen Arme bleibt umstritten. Forscher diskutieren mehrere Hypothesen: Die Arme könnten beim Aufstehen aus liegender Position geholfen haben, indem sie Halt am Boden boten. Andere Theorien schlagen vor, sie fixierten Beute bei der Paarung oder dienten als Greiforgan während des Fressens. Eine neuere Studie argumentiert, kürzere Arme reduzierten Verletzungsrisiken, wenn mehrere T. rex gleichzeitig an einem Kadaver fraßen – sie blieben außerhalb der gefährlichen Bisszone. Trotz ihrer geringen Größe waren die Arme muskulös und konnten etwa 200 Kilogramm heben.

Wie schwer war Tyrannosaurus rex wirklich?

Das Gewicht von Tyrannosaurus rex variierte erheblich zwischen Individuen. Wissenschaftliche Schätzungen reichen von 6 bis 14 Tonnen, wobei die meisten erwachsenen Exemplare vermutlich zwischen 8 und 10 Tonnen wogen. Das kanadische Exemplar „Scotty“ gilt als das bisher schwerste bekannte Individuum mit geschätzten 13 bis 14 Tonnen – mehr als doppelt so schwer wie ein männlicher Afrikanischer Elefant. Das Gewicht hing stark von Alter, Geschlecht und individueller Konstitution ab. Juvenile T. rex waren deutlich leichter und wuchsen in einem explosiven Wachstumsschub zwischen dem 14. und 18. Lebensjahr.

Konnte T. rex tatsächlich Knochen essen und verdauen?

Ja, definitiv. Ein versteinerter Kotballen (Koprolith) von T. rex enthielt zahlreiche teilweise verdaute Knochenfragmente großer Dinosaurier. Chemische Analysen zeigten, dass die Magensäure diese Knochen angelöst hatte. Die massiven, konischen Zähne waren perfekt zum Zermalmen von Knochen konstruiert – im Gegensatz zu den klingenartigen Zähnen anderer Theropoden. Fraßspuren an fossilen Knochen zeigen tiefe Furchen und durchgebissene Stellen. Das Fressen von Knochen lieferte wichtige Mineralien wie Kalzium und Phosphor, die für den Knochenstoffwechsel eines 10-Tonnen-Tieres essenziell waren.

Wie schnell konnte Tyrannosaurus rex laufen?

Moderne biomechanische Analysen schätzen die Höchstgeschwindigkeit von T. rex auf 20 bis 40 km/h – weit langsamer als frühere Hollywood-Darstellungen suggerierten. Eine Studie aus dem Jahr 2017 argumentierte, dass echtes Sprinten bei einem 8-Tonnen-Tier die Beinknochen hätte brechen können. Diese Geschwindigkeit reichte jedoch völlig aus, um erfolgreich zu jagen: Die meisten Beutetiere wie Triceratops oder Edmontosaurus waren ebenfalls schwere, langsame Tiere. Die kräftigen Hinterbeine mit langen Schienbeinen waren für ausdauernde Verfolgungsjagden optimiert, nicht für explosive Kurzsprints. Ein konstantes Lauftempo von 25 km/h über längere Distanz war vermutlich tödlicher als ein kurzer Sprint.

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Quellen

  1. Osborn, H.F. (1905). Tyrannosaurus and other Cretaceous carnivorous dinosaurs
  2. Erickson et al. (2017). Bite marks and tooth strength of Tyrannosaurus rex
  3. Horner & Padian (2004). Age and growth dynamics of Tyrannosaurus rex
  4. Carpenter, K. (2000). Evidence of predatory behavior by carnivorous dinosaurs